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Tipps in Stichpunkten

Folgende Stichpunkte geben eigene Erfahrungen und Vermutungen wieder. Die Liste ist weder vollständig, noch muss jeder aufgeführte Punkt in jeder vorstellbaren Situation immer korrekt sein. Kritik, Korrekturen und Ergänzungen sind gerne gesehen.

  • Wenn die Akkus nicht im Gerät selbst geladen werden (und oft auch dann), kann man bedenkenlos Akkus mit höherer Kapazität verwenden, als vom Hersteller mitgeliefert
  • Akkus höherer Kapazität halten frisch geladen natürlich länger, es sei denn, der Hersteller übertreibt bei der Kapazitätsangabe:
    • Bei Mignon-Akkus sind Werte bis 2500mAh realistisch, alles darüber stammt eher von der Marketing- als von der technischen Abteilung des Herstellers.
    • Akkus höherer Kapazität haben eine höhere Selbstentladung.
  • Akkus niedriegerer Kapazität sind häufig robuster und haben eine geringere Selbstentladung
  • NiMH-Akkus sind NiCd-Akkus vorzuziehen, es sei denn Sie wissen genau, warum sie NiCd-Akkus wollen
  • In Geräten in denen eine Batterie höchstens ein bis zweimal pro Jahr ausgetauscht wird, verwendet man am besten weiterhin Batterien und keine Akkus (Fernseh-Fernbedienungen, Uhren, ...)
  • NiMH-Akkus müssen nicht vollständig entladen werden, bevor man sie wieder auflädt. Tatsächlich halten sie länger, wenn man sie auch einfach zwischendurch mal auflädt. NiMH-Zellen haben keinen Memory-Effekt!
    • Dennoch kann man durchaus, sofern man ein solches Ladegerät hat, einzelne Zellen ab und zu komplett entladen. Alle zwei Monate ist das durchaus empfehlenswert, aber es immer vor jedem Ladevorgang ist unnötig häufig.
  • Verwendet ein Gerät mehr als nur einen Akku (dann liegt meistens eine Reihenschaltung mehrer Zellen vor), ist es für die Zellen schädlich, sie komplett leer zu saugen (weil immer eine der Zellen etwas schwächer als die anderen ist und bei vollständiger Entladung dann durch die anderen Zellen noch weiter tiefentladen und geschädigt wird)
    • Verwenden Sie also zum Beispiel eine Taschenlampe oder ein Spielzeugauto nicht, bis die Lampe auffällig dunkler oder das Auto auffallend langsamer wird, sondern Laden sie die Zellen bereits nach einem Einsatz, bzw. noch besser vor einem geplanten Einsatz wieder auf, auch wenn die Zellen noch nicht leer waren.
    • Ein Akkusatz ist leer, sobald ein Leistungseinbruch spürbar ist. Lässt man die Lampe an bis sie erlischt, oder fährt man ein Spielzeugauto weiter, bis es stehenbleibt, kann man sich sicher sein, dass man die Akkus geschädigt hat!
    • Im Gegensatz zu modernen Geräten wie Digitalkameras, schalten sich Spielzeuge und Taschenlampen nicht automatisch bei Unterschreitung einer gewissen Spannung ab, sondern nudeln die Akkus bis zur völligen Erschöpfung weiter durch.
  • Mischen Sie in einem Gerät nicht Akkus verschiedenen Kapazitäten oder verschiedener Ladezustände!
  • Gekühlt halten Zellen besser (sowohl was den aktuellen Füllstand, als auch ihr "Akkuleben" angeht). Das heisst nicht, dass man Akkus im Kühlschrank aufbewahren muss, aber es ist empfehlenswert die Zellen nicht unbedingt neben einer Heizung oder in praller Sonne zu lagern.
  • Akkus von Markenherstellern (zum Beispiel Sanyo, Panasonic, Goldpeak [diese Liste ist sicherlich unvollständig, aber da ich in letzter Zeit nur noch Akkus von Sanyo kaufe, habe ich keine Erfahrungen mit anderen Herstellern]) halten eher die aufgedruckte Kapazität ein und sind robuster, als sehr billige Akkus vom Lebensmittelmarkt nebenan (wenn man 1000€ für eine Digitalkamera ausgibt, darf es auch etwas mehr als 25Cent für eine Akku-Zelle sein)
  • Super-Schnellladen macht nur Sinn, wenn man es super-eilig hat, ansonsten mögen es die Zellen eher, in normalen Tempo geladen zu werden
  • Am besten werden Akkus vor ihrem Einsatz geladen, wozu man diesen natürlich Planen können muss, ansonsten empfehlen sich Akkus mit geringern Selbstentladung wie Eneloop von Sanyo oder Ready2Use von Varta
  • Will man Akkus längere Zeit nicht benutzen, so sind diese am besten in nicht-leerem, aber auch nicht vollgeladenen Zustand (also am besten halb-geladen), an einem nicht zu warmen Ort (kühler ist besser, aber Eisfach ist auch nicht unbedingt gut) zu lagern.
  • Funktioniert ein Gerät mit Batterien, aber nicht mit vollen Akkus, so handelt es sich um eine Fehlkonstruktion des Gerätes. Beschweren Sie sich beim Hersteller und geben Sie das Gerät wenn möglich zurück.
  • Sogenannte wiederaufladbare Batterien taugen nichts für Geräte mit hohem Strombedarf (Digitalkameras etc.) und bei Geräten mit niedrigem Bedarf (Uhren, ...) sind normale Batterien günstiger (Kurzgesagt: Finger weg von teuren wiederaufladbaren Batterien und deren teuren Spezial-Ladegeräten. Ich kenne keine sinnvolle Anwendung.)
  • Ladegeräte sollten jede Zelle einzeln überwachen, Stichwort: Einzelschachtüberwachung. Ladungsend-Erkennung sollte durch "minus Delta U (-ΔU)", "Ableitung der Spannung (dU/dt)" oder "Peak Voltage Detection" erfolgen.
  • Die neuen Eneloop-Akkus von Sanyo oder Ready2Use-Akkus von Varta sind empfehlenswert:
    • Die Kapazitätsangaben zwischen 2000-2100mAh stimmt tatsächlich und ist nicht übertrieben wie bei Zellen mit dem Aufdruck 2900mAh
    • Die Selbstentladung ist extrem gering und die Akkus sind auch nach Monaten der Lagerung direkt einsetzbar
    • Der Innenwiderstand der Zellen ist sehr klein, was die Akkus für Geräte mit hohem Strombedarf sehr empfehlenswert macht (Digitalkameras, Blitzlichtgeräte, ...)
    • Die Zellen sind (soweit ich das bisher testen konnte) sehr robust.

 

Ich würde mich sehr über Anmerkungen, Kommentare, eigene Erfahrungen und weiterführende Links zum Thema freuen. Bitte schreibt in meinem Bastelecke-Forum, es ist keine Registrierung im Forum erforderlich! Das gleiche gilt, wenn ihr Fragen habt. Ich werde versuchen sie in meinem Forum zu beantworten.

 
© Jens Seiler, last change: 09/10/07 20:06